ABRAZO

"TANGO DES ÜBERLEBENS"

Ein Musiktheater-Projekt von und mit Alexandra Prusa

 

Alexandra Prusa: Text/Spiel/Tanz/Gesang - Rafael Hebras/Ariel Gutierrez: Tanz/Choreografie

Javier Fernandez: Piano/Orchesterleitung - Juan Braceras: Violine - Sebastian Noya: Kontrabass

Gino Zambelli/Gerardo Agnesi: Bandoneon

Rudolph Straub: Regie - Katja Früh: Mitarbeit - Barbara Kohler: Produktion

 

EIN THEMA - MIT UMGEKEHRTEN VORZEICHEN HEUTE WIEDER SO AKTUELL WIE VOR 100 JAHREN

Das, was heute Frauen aus Afrika, Rumänien oder Moldawien bei uns widerfahren kann – im Schlechten wie im Guten – konnte vor nicht einmal 100 Jahren einer Frau aus dem Alpengebiet passieren.

 

1935 – eine arme junge Frau aus dem Bergdorf Rueras im Vorderreintal emigriert nach Buenos Aires, überlebt knapp das höllische System der Zwangs Prostitution, dem dort mittellose, alleinstehende Frauen aus Europa quasi ausnahmslos unterworfen werden, steigt zum Tango-Star auf und kehrt schlussendlich ins kriegsgeplagte Europa zurück, wo sie in Genua ein neues Leben beginnt.

 

Die Schweizer Schauspielerin und Medien-Künstlerin Alexandra Prusa, die 1983 mit ihrem ersten Theaterprojekt Tango Palace den Tango im nördlichen Europa zurück auf die Bühne und damit ins Bewusstsein brachte, fand in Bündnerischen Archiven Tagebuchaufzeichnungen einer jungen Frau aus einem Bergdorf im Alpengebiet, die 1935 nach Argentinien emigrierte.

 

Die harten Schilderungen eines noch nicht 100 Jahre zurückliegenden Emigrantinnen-Schicksals inspirierte sie dazu, einen Fact+Fictions-Text zu schreiben, in welchem sie ihr ganzes Wissen um die Entstehung der argentinischen Tango-Kultur und der damit verbundenen Kondition der immigrierenden alleinstehenden Frauen in Buenos Aires einbringen konnte.

 

Mit Abrazo stellt Alexandra Prusa für die Dauer eines Theater-Abends die aktuelle Migrations-Diskussion auf den Kopf, denn die so schockierenden wie sinnreichen Erfahrungen der Melinita d Oro, zu welcher die mutige Frau aus der Alpenregion in der Fremde wird, führen klar und drastisch vor, dass das, was heute Frauen aus Afrika, Rumänien oder Moldavien bei uns widerfahren kann – im Schlechten wie im Guten – vor nicht einmal 100 Jahren einer Schweizerin passieren konnte.

 

Musik spielt neben dem Tagebuch der Melenita die wichtigste Rolle bei Abrazo – der Tango, entstanden zu Anfang des 20. Jahrhunderts als Produkt der Migration in den Hafenquartieren von Buenos Aires.

Die Quellen des Tango, dieser grossartigen Musik der Heimatlosen, reichen von Polnisch Galizien, über die alpenländische Volksmusik, Spanien, Süditalien bis hin zum Kongo. Im Delta des Rio de la Plata angekommen, vermischten sich diese Einflüsse zudem mit den Musiktraditionen der indigenen Bevölkerung. In der getanzten und gesungenen Interpretation von Alexandra Prusa, der bekanntesten Schweizer Tango-Interpretin mit russischen Wurzeln, schliesst sich der thematische und musikalische Kreis um den Erdball.

 

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Alexandra Prusa fand schon kurz nach ihrem Hochschul-Abschluss am hamburgischen Schauspielstudio zu ihrem beruflichen Lebensmotto. Fasziniert von der Kraft und Mystik der damals verborgenen und neu zu entdeckenden Tango-Kultur, beschloss sie, einen Borges-Roman als Musik-Theater zu produzieren. Sie kündigte ihre feste Anste3llung am Theater Hamburg und begab sich zu den harten Zeiten der argentinischen Militärdiktatur erstmals nach Buenos Aires, um den damals betagten Schriftsteller Jorge Luis Borges um die Text-Rechte zu bitten und Studien über die Tango-Tradition anzustellen. Ihre daraus resultierende erste eigene Produktion „Tango Palace“ hatte am „Zürich Theater Spektakel“ Premiere und ging anschliessend auf Europatournee.

 

Ihr Wissen und Interesse fokussierte Alexandra Prusa später immer starker auf Musik und Texte, die sowohl den Ursprung als auch den Ausdruck der Unvergänglichkeit des Tangos darstellen. Heute arbeitet Alexandra Prusa freischaffend als Sängerin, Kreateurin und Schauspielerin.

 
MULTIMEDIA
 
Nostalgias - Alexandra Prusa & Cuarteto La Strapata - sample 62s - Alexandra Prusa & Cuarteto La Strapata
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Desencunetro - Alexandra Prusa & Cuarteto La Strapata - sample 61s - Alexandra Prusa & Cuarteto La Strapata
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Ballata Per la Mia Morte (Balada para Mi Muerte) - Alexandra Prusa & Cuarteto La Strapata - - sample 77s - Alexandra Prusa & Cuarteto La Strapata
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