WALTER LANG BAROQUE JAZZ TRIO

From Bach to Händel

 

Walter Lang (p) – Thomas Markusson (b) – Sebastian Merk (dr)
 
Walter Lang

 

geboren 1961, stammt aus einer musikalischen Familie: Bereits Vater und Großvater spielten Akkordeon und Klavier. Er studierte Jazzpiano und Komposition an der Berklee School of Music in Boston und mit Abschluss an der Amsterdam School of Arts.

 

1988 war Walter Lang Mitbegründer des renommierten und international sehr erfolgreichen Rick Hollander Quartets. Das Quartet gewann 1990 in Belgien den „Europ‘ Jazz Contest“ in Hoeilaart und veröffentlichte zahlreiche Alben.

 

Im Jahre 2005 gründete er zusammen mit Gerwin Eisenhauer am Schlagzeug und Sven Faller am Kontrabass das Trio ELF. Die erste CD "ELF" wurde durch ENJA Records veröffentlicht und war ein großer Erfolg, im September 2008 erschien die Trio ELF CD "746"

 

Seine aktuellen Projekte sind neben „Trio ELF“ und dem „Walter Lang Trio mit Lee Konitz“, das „World Percussion Ensemble“ und „Marco Lobo e Convidados“.

 

Walter Lang spielt außer mit Lee Konitz mit weiteren Größen wie James Moody, Chico Freeman, Don Menza und TopsolistInnen wie Lisa Wahlandt, Jenny Evans und Dusko Goykovich.

 

Langs Klavierspiel adaptiert behutsam klassisch impressionistische Ornamentierungen im weich swingenden Gewand und fügt sie zu einem farbenprächtigen Harmoniegebäude zusammen. Diese Kombination von Klassik, Traditional und Jazz, von Improvisation und Kommunikation, von dem „Sich-Verlieren“ und in einem explosiven Gemisch „Sich-Wiederfinden“, das hatte schon fast etwas Emotional-Akademisches. Das zeigte etwas von großer künstlerischer Attraktivität und musikalischem Phänomen.

AZ

 

Die Kompositionen des Pianisten Walter Lang sind regelrechte Kunstwerke, die getragen von einem unglaublich intensiven Spannungsbogen Elemente des europäischen und amerikanischen Jazz in sich bergen, die Atmosphären vermitteln und somit prägenden Charakter einer expressiven Erzählkunst erhalten. Dabei unterstützen den genialen und intellektuellen Pianisten seine zwei langjährigen Mitmusiker.

Dieter Gebhardt Bietigheimer Zeitung

 

Langs liebenswerte Kompositionen haben jene Qualität, die viele große Musik auszeichnet: Sie unterhalten schon beim ersten Hören, erschließen aber mit jedem weiteren immer tieferen Sinn.

Die meist mehrteiligen Stücke bewegten sich stilistisch zwischen Latin, Hardbop, Cool und Free Jazz, durchwachsen mit Elementen moderner Klassik und romantisch-liedhaften Passagen, wobei jeweils ein individueller Klangcharakter herauszuhören war, geprägt von Walter Langs persönlichem Stil. Typisch für viele Stücke war der Wechsel zwischen Lyrik und Expressivität, meist verbunden mit zunehmender  Verdichtung der Klangstrukturen bis hin zum freien Spiel.

S.R. Fono Forum

 

Stimmungen, Schwingungen, Spannungsbögen und eine unvergleichlich dichte Atmosphäre: Walter Lang gelingt es, aus überschaubaren und nachvollziehbaren musikalischen Grundideen kleine Meisterwerke expressiver Erzählkunst zu schmieden in einer Symbiose von amerikanischen und europäischen Einflüssen und in ganz persönlichem Erzählgestus.

Neuburger Rundschau

Walter Lang Baroque Jazz Trio

 

Dr. Tobias Böcker, „NR“

 

Mit sanften Exkursen zwischen den Genres ließ das Walter Lang Trio beim diesjährigen Crossover-Konzert im Neuburger Jazzclub dem Schubladendenken keine Chance. Selbst die eingefleischtesten Klassik-Fans waren angetan von der Art Baroque des Jazztrios beim traditionell jazzigen Auftakt der diesjährigen Barockkonzerte.

 

Nun ist es ja spätestens seit Jacques Loussiers „Play Bach“ oder Dave Brubecks „Blue Rondo a la Turk“ weder ein Sakrileg noch ein Geheimnis, dass sich klassische Werke hervorragend der swingenden Interpretation und Improvisation erschließen. Auch im Birdland Jazzclub wurde ja in den vergangenen Jahren so manch gelungener Brückenschlag vollendet. Wie selbstverständlich jedoch Walter Lang am Piano, Henning Sieverts am Bass und Rick Hollander am Schlagzeug in den Geist der barocken Kompositionen eintauchen und sie sich im Idiom des Jazzpiano-Trios zu eigen machen, das hat noch einmal eine sehr eigene Qualität.

 

Das Geheimnis liegt in der behutsamen Konzeption, die sich in keinem Moment von der Substanz der Komposition löst, die jedoch gleichzeitig den Raum erschließt und mit sanftem Schritt durchmisst, den die Werke der Improvisation gewähren. Kaum je lagen klassische Interpretation und jazzige Improvisation so nah beieinander wie an diesem Abend, der sich ganz in den Dienst der gespielten Kompositionen stellte.

 

Das fängt an mit Johann Sebastian Bachs Bourée BWV 996, setzt sich fort mit einer Air aus Henry Purcells King Arthur, bleibt in eins mit sich selbst mit Walter Langs eigener Komposition „Monsieur Hulot“, lässt Liebe, Freude, Glauben zu Klang werden mit John Dowland, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach. Rick Hollander lotet die rhythmischen Strukturen aus, lässt allen Eventualitäten Raum mit federfeinen Besen, Henning Sieverts erkundet geduldig und mit coolem Groove harmonische Varianten einer jazzigen Variante des Generalbasses und Walter Lang verzaubert die Tasten des Bösendorfers mit seinem unnachahmlich kultivierten Anschlag in Klänge von suggestiver Sogwirkung, die alle Grenzen überwindet zugunsten einer humanen Sensibilität.

 

Ein Abend der leisen Töne in der Jazztradition des Bill Evans Trios, zum Zuhören, Genießen, Entspannen und vor allem: zum Zuklappen aller Schubladen.

 

Thomas Markusson

 

wurde 1978 in Sandviken, Schweden geboren. Er begann mit 10 Jahren Kontrabass zu spielen.

1997 fing er an mit Anders Jormin am Konservatorium in Göteborg zu studieren.

Die letzten 10 Jahre hat er mit vielen schwedischen und internationalen Musikern wie Rigmor Gustafsson, Nils Landgren, Jonas Knutsson, Chris Cheek, Phil Wilson, Asgèir Jon Asgéirson und Anders Persson gearbeitet und getourt. Über die Jahre hat er auf einer Anzahl von Jazz-CD's mitgewirkt und Musik fürs schwedische Radio geschrieben.

 

Sebastian Merk

 

wurde 1977 in Frankfurt/Main, geboren.

Er hat sich schnell einen Namen als Schlagzeuger und Pianist gemacht.

Von der Stadt Frankfurt bekam er ein Stipendium um in New York Workshops zu besuchen, danach studierte er bei Keith Copeland und Jo Thönes an der Franz-Liszt Musikhochschule in Weimar. Nach seinem Umzug nach Berlin studierte er am Hans Eisler Konservatorium.

 

Sebastian spielte mit einer großen Anzahl von großartigen Musikern wie  Lee Konitz, Till Brönner, Kurt Rosenwinkel, Ack van Rooyen, Mark Murphy (auf seinem letzten Album "Love is what stays" auf Verve), Kevin Spacey und Ernie Watts.

 

BAROQUE JAZZ TRIO

von Reinhard Köchl

 

Es klingt so einfach, gehört aber mit zu den schwierigsten Übungen: Ein Jazzmusiker greift sich ein Thema, spielt es einmal, vergisst es wieder, behält allenfalls die Harmonien und zimmert etwas völlig Neues, etwas ganz Anderes daraus. Selbst Johann Sebastian Bach hat manchmal so gearbeitet, Mozart, Beethoven, Chopin oder Bruckner gaben sich gerne ihren „Fantasien“ am Klavier hin, in Frankreich waren es Cesar Franck, Charles-Marie Widor und Louis Vierne, die sich immer wieder von Notenblättern lösten und ihre Zuhörer überraschten. Die Erkenntnis, dass Improvisation einen kaum bekannten, gleichwohl jedoch bedeutenden Impuls des Barock darstellte, gewinnt auch in Klassikkreisen immer mehr Raum.

 

Eine Chance. Mithin die tragfähigste Brücke innerhalb einer mittlerweile ziemlich ermüdenden Diskussion, ob Jazz und Klassik nun wirklich miteinander können. Vielleicht. Manchmal. Wirklich ? Ein entschiedenes Jein, ein beherztes Achselzucken, euphorische Ratlosigkeit. Und wie soll man das Ganze überhaupt nennen ? Crossover ? Fussion ? Klassikjazz ? Die Antwort steckt nicht etwa in neuen oder alten Schubladen, sondern alleine in Personen. In Musikern wie Walter Lang, Henning Sieverts und Rick Hollander. In Formationen wie dem Baroque Jazz Trio. Weil es sich auf erfrischende Weise einen feuchten Kehricht um überflüssige Fragen wie diese schert. Zwar oberflächlich „nur“ wieder eines dieser vielen gleichschenkligen instrumentalen Dreiecke, die normalerweise in Szenelokalen direkt neben der Herrentoilette ihr mühsames Berieselungshandwerk versehen müssen. Aber schon vom Ansatz her eine Allianz der kompatiblen Kontraste. Eine Gruppe, die unbefangen und erfinderisch mit Noten, Klängen, Stimmungen , Atmosphären und Erfahrungen jongliert. Verständigung, Neugier, gemeinsames Suchen. Ein Prozess mit völlig offenem Ausgang. Nichts kann vorhergesagt, nichts korrigiert werden. Warum denken andere Musiker nicht genauso, wenn sie sich in das verminte Grenzgebiet von Jazz und Klassik vorwagen ?

 

Lang liebt von jeher riskante Grenzgänge. Die Musik des Stummfilm-Giganten Charlie Chaplin oder die Kompositionen der Beatles verpflanzte er ebenso beherzt und würdevoll in eine fremde Umgebung, wie die Werke von Robert Schumann und Franz Schubert. Wobei sich der Jazzmusiker reinsten Wassers niemals brüsk über das Original hinwegsetzen würde. Ihm geht es schlichtweg um das Ausloten natürlicher Grenzen, um die Freiheit, Musik einfach laufen zu lassen, sie dem jeweiligen Augenblick zu überantworten. Ein Spiel mit Noten, aber auch spontanen Einfällen, von Synthesen, Fragmenten, Eindrücken, Gefühlen, Zitaten, Verfremdungen, Anleihen, Grau- und Blautönen, Erinnerungen. Wie jenes verschütt gegangene Bild, da Walter Lang bei der Arbeit an den Barockthemen urplötzlich wieder vor Augen kam - „Als Kind habe ich jeden Sonntag in der evangelischen Kirche in unserem damaligen Wohnort Lorch in Württemberg dem Kantor und dem Posaunenchor zugehört. Das alles trat jetzt wieder zum Vorschein. Und es traf einen Punkt, der mich schon immer tief berührte.“

Das Leise, Behutsame, die schönen, bewegenden Melodien. Schlichtheit heißt das Zauberwort, die Konzentration auf das wirklich Wesentliche. Keine verschachtelten Arrangements und affektierten Instrumentalkunststückchen, kein überflüssiger Ton, kein trendiger Groove.

Dafür klare, übersichtlichere Strukturen. Wärme. Wie ein wolkenloser, sternübersäter Nachthimmel.

Herrliche Melodieströme, die prickeln wie kühler Regen auf heißer Haut. So lässt sich das Eingeständnis, in Wahrheit ein Gefühlsmensch zu sein, auch für Menschen mit einem dicken rationalen Schutzpanzer besser ertragen. Hier wird nichts in unerträglicher „Play Bach“- Manier zerswingt, nicht steril auf modern gepeppt. Die drei Musiker lassen „Mein gläubiges Herze, frohlocke“ aus der BWV Kantate Nr. 68 oder Händels „Largo“ würdevoll in ihren Originalharmonien funkeln. Der Song als ästhetisches Haus, als künstlerische Einheit: Lang, Sieverts und Holländer halten sich strikt an diesen Grundsatz, bauen um die einzelnen Titel herum ihre eigenen Deutungen.

 

„Du sollst werden, der du bist“, hatte Friedrich Nietzsche 1882 in seiner „Fröhlichen Wissenschaft“ gefordert. Wie Lang der wurde, der er ist, lässt sich einfach nachvollziehen: Ähnlich wie Bach, Michelangelo oder Thomas Mann zieht auch der eigenwillige Kopf seine Lust aus einem ausgeprägten Formsinn. Dieser lässt ihn formen und formt ihn selbst. Und es sind traditionelle Tugenden, an denen er sich dabei orientiert. Denn dass Profil und Einzigartigkeit überhaupt nichts mit Schaumschlägerei und Schnellschüssen zu tun haben, sondern mit harter Arbeit, besitzt seit dem „per aspera ad astra“, seid dem „durch Mühen zu den Sternen“ des alten Roms, unvermindert Gültigkeit. Es ist Selbstkontrolle und Spontanität, das Pendel zwischen Ordnung und Freiheit und die daraus resultierenden wunderbaren musikalischen Resultate, die einem allerhöchsten Respekt abringen.

 
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