‘Winterreise extended’

 

performed by

CONSORTIUM LANG

 
Winterreise op. 89, D 911 

 

ist ein Liederzyklus, bestehend aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier, den Franz Schubert im Herbst 1827, ein Jahr vor seinem Tod, komponierte. Die Liedtexte stammen von Wilhelm Müller.

Die Interpretation des CONSORTIUM LANG:

Was, so ist die Ausgangsfrage, die sich das Ensemble um den Pianisten und Komponisten Walter Lang stellt, was wäre, wenn man den Zyklus allein die Instrumente singen lassen würde, wenn man also über die wunderbare Musik Franz Schuberts so intensiv improvisieren würde, dass die wohlbekannten Worte schon in den Tönen mitschwingen, dass eine Transzendenz entsteht, wie man sie vielleicht auch in Felix Mendelssohn-Bartholdy’s “Liedern ohne Worte“ empfinden mag.

Wiewohl ausnahmslos klassisch ausgebildet kommt das Ensemble eigentlich von der improvisierten Musik – es ist also naheliegend über ein Thema zu „phantasieren“ – Joh. Seb. Bach schon hat es vorgemacht.

WALTER LANG (Piano)

 

ist einer der herausragendsten Pianisten Europas und ein gefeierter Star u. a. in Japan. Seine lyrisch-magischen Melodien und energetischen Akkorde zeugen von ungeheurer Kreativität.

 

„Der Poet“, „der Lyriker“, „der Romantiker“ – Der Pianist und Komponist Walter Lang ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der europäischen Jazzszene.
Zahllose Konzerte und Tourneen mit eigenen Bands, aber auch gemeinsam mit Lee Konitz, James Moody, Chico Freeman, Dusko Goykovich und anderen zeugen von seiner ungeheuren musikalischen Vielfalt und Kreativität. 

 

Er ist Mitbegründer des „Rick Hollander Quartets“ und Gründer wie auch Leiter des grandiosen WORLD PERCUSSION ENSEMBLE, beides international sehr erfolgreiche Formationen. Seine Jazzadaptionen der großen Barockkomponisten wie auch der Romantiker des 18. Jahrhunderts sind „Legende“. Mit dem bekannten TRIO ELF ist er seit 2005 mehr oder weniger durchgängig auf Welttournee.

 

Auch als Komponist und Arrangeur genießt Lang einen hervorragenden Ruf. Das renommierte Fono Forum: „Langs liebenswerte Kompositionen haben jene Qualität, die viele große Musik auszeichnet: Sie unterhalten schon beim ersten Hören, erschließen aber mit jedem weiteren immer tieferen Sinn“!

 

In Europa nicht so bekannt ist die Tatsache, dass Walter Lang in der sehr ausgeprägten japanischen Jazzszene seit vielen Jahren ein gefeierter Star ist. Er hat auf dem dortigen Markt bisher acht CDs veröffentlicht und war seit 1991 jedes Jahr auf Tournee.


FANY KAMMERLANDER (Violoncello) …

 

…studierte Musik am Konservatorium in München und an der Hochschule in Würzburg.
Sie spielte in Formationen wie Pearl Duo (Vc&P), Livingroom Music Groupe (Ensemble für experimentelle Musik), Cello Mafia (Musiktheater), Rossini Quartett (Streichquartett), La Rose Rouge (Jazz-Salonensemble), Faro Duo (Vc&G), etc.

 

Neben Gastengagements in einigen Orchestern wie den Münchner Philharmonikern, Bach Collegium München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Stadttheater Passau, arbeitete Fany Kammerlander mit Musikern wie Sergiu Celibidache, Heinrich Schiff, Julius Berger und Alfons Riedel zusammen und ist regelmäßig Studiocellistin für verschiedene Musik- und Filmproduktionen.

 

1994 erhielt sie den Kulturförderpreis der Stadt München.

MATTHIAS LINDERMAYR (Trompete, Flügelhorn)

 

Der Trompeter und Bandleader, Jahrgang 1987, aus München, hatte als Kind klassischen Klavierunterricht, spielte als Jugendlicher E-Gitarre in Rockbands und studierte dann an der Münchner Hochschule für Musik und Theater Jazztrompete bei Claus Reichstaller.

 

Lindermayr gewann 2012 den Biberacher Jazzpreis und 2013 den Kurt Maas Jazz Award, der ihm einen fünfwöchigen Aufenthalt am Berklee College in Boston ermöglichte. Im Sommer 2013 traf er dort in dem Trompetenprofessor Tiger Okoshi einen wichtigen Mentor.

Der Amerikaner japanischer Abstammung ermunterte Matthias Lindermayr, für ein Stipendium vorzuspielen, und so durfte der Münchner im Herbst 2014 noch einmal nach Boston.

 

Die Erfahrungen der renommierten Jazzschule spürt man in seiner Musik, ohne, dass er deshalb „amerikanisch“ spielen würde. Durch seine Zeit in Berklee ist er als Musiker enorm gereift.

 

WALTER BITTNER (Perkussion, Schlagzeug)

 

1983 gründete Walter Bittner die Musikwerkstatt Augsburg, eine private Augsburger Schule für Jazz- und U-Musik. Seit der Gründung arbeitet er dort als freischaffender Schlagzeuglehrer. 

 

1986 unternahm er zusammen mit dem Raimund-Würtz-Quartett eine Gastspielreise nach Malaysia. Im gleichen Jahr begann er mit der Theaterarbeit und Bühnenmusik und hatte als musikalischer Leiter des brasilianischen Tanztheaters „Theatro Safado“ Gastspiele in vielen deutschen Städten, auch beim Theaterfestival La Piazza in Augsburg.

 

Das Jahr 1988 war mit der Partypack-Tournee durch die damalige CSSR und Clubengagements der Latin-Band Ritmo Safado, der er angehörte, angefüllt.

 

Die folgenden Jahre sind mit CD-Produktionen, Tourneen, Festivalteilnahmen, Videoproduktionen, Rundfunkauftritten und Gastspielen ausgefüllt.
2006 wirkte Walter Bittner bei dem Projekt „Mozart goes Jazz“ mit. Ebenso dabei: Martin Schrack (Arrangements von Mozarttiteln für Streich- und Jazzquartett) Christian Stock, Libor Sima und das Modern String Quartett.

 

Mit der Gründung seiner neuen Band „Zakedy Music?“ begann für Walter Bittner eine neue Live-Ära. Das Auftaktkonzert mit „Zakedy Music?“ war beim Jazzfest München. Beim Augsburger Jazzsommer kommt Randy Brecker hinzu. Mit seinem Projekt „Digilogue“ ist Walter Bittner auf dem „Digital Analog Festival“ im Münchener Gasteig zu sehen und zu hören. Beim Festival der 1000 Töne erzeugt er „Den Klang der Stadt“. Das ist eine Komposition für Webstühle und Jazzband im Textilmuseum Augsburg, kurz „tim“. 

 

Zu seinen interessantesten musikalischen Aktionen gehörte 2010 eine Percussion- und Geräusch-Vertonung des Stummfilmklassikers „Das Kabinett des Dr. Caligari“, zusammen mit Eric Zwang-Eriksson, veranstaltet im Foyer der Augsburger Puppenkiste.

 

Eine Griechenland Tournee bestritt Walter Bittner mit Michael Hornstein und Walter Lang im Auftrag des Goethe Instituts.

Gedanken zur Winterreise:

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, mit dem Schubert eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen gelang. Im Verlauf des Zyklus wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser zieht nach einem Liebeserlebnis aus eigener Entscheidung ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Das Werk Müllers kann auch als politische Dichtung begriffen werden, in der er seine von den Fürsten enttäuschte und verratene Vaterlandsliebe (d.h. die Hoffnung auf Freiheit, Liberalismus und Nationalstaat) thematisiert.

Im Ausklang des Zyklus trifft der Wanderer auf den Leiermann, der frierend seine Leier dreht, aber von niemandem gehört wird. Die Melodie erstarrt hier zur banalen Formel, das musikalische Leben hat sich verflüchtigt und das Gefühl scheint aus einem verloschenen Herzen entwichen zu sein – und doch gelingt Schubert in dieser Szenerie unendlicher Hoffnungslosigkeit hier eines seiner anrührendsten und gleichzeitig schlichtesten Lieder.

Mit der Frage „Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ endet die „Winterreise“. Manche sehen in diesem Lied die Kunst als letzte Zuflucht dargestellt, andererseits wird der Leiermann, dem der Wanderer sich anschließen will, auch als Tod gedeutet. Eine dritte Deutung sieht in der „ewigen Leier“ den Ausdruck der Qual eines hoffnungslosen, aber immer fortdauernden Lebens

 

Der Zyklus wurde von nahezu allen bedeutenden Liedsängern (Bass, Bariton, Tenor), aber auch von Sängerinnen (Mezzosopran, Alt, Sopran) interpretiert. Das Werk gilt neben dem Zyklus „Die schöne Müllerin“ als Höhepunkt der Gattung Liederzyklus und des Kunstlieds. Es gilt sowohl technisch als auch interpretatorisch als große Herausforderung für Sänger und Pianisten. Über 50 verschiedene Einspielungen existieren auf Schallplatte und CD.

 
 
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