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EIN STREIFZUG DURCH WIEN

SEBASTIAN HOLECEK (Bariton)
Jimmy Chiang (Klavier)

Im Zentrum dieses Abends steht das Wienerlied – nicht als folkloristische Reminiszenz, sondern als lebendige, vielschichtige Kunstform zwischen Oper, Literatur und gelebter Wiener Seele.


Ausgangspunkt des Programms ist eine der „wienerischsten“ Figuren der Opernliteratur: Papageno aus „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. In ihm bündeln sich jene Eigenschaften, die auch das Wienerlied prägen – Lebensfreude, Melancholie, Witz und eine zutiefst menschliche Erdung. Von hier aus spannt Sebastian Holecek einen dramaturgisch fein gearbeiteten Bogen zu den sogenannten „Kremser Alben“, einer bedeutenden Sammlung historischer Wienerlieder, die als Schatzkammer dieses Genres gelten.

Aus dieser Quelle erklingen ausgewählte, selten zu hörende Kostbarkeiten ebenso wie bekannte Klassiker. Ergänzt wird das musikalische Programm durch literarische Texte, die den Abend strukturieren und inhaltlich vertiefen. Mit feinem Gespür für Tonfall und Timing verbindet Holecek Musik und Sprache zu einem organischen Ganzen. Humorvolle Beiträge von Anton Krutisch, Josef Weinheber und Egon Friedell sorgen für Leichtigkeit und pointierte Zwischentöne.

Neben der heiteren Seite des Wienerlieds öffnet das Programm auch einen nachdenklichen Raum: In einer stilleren Passage widmet sich der Abend existenziellen Themen wie Vergänglichkeit und Abschied. Ein Gedicht von Heinrich Heine tritt dabei in einen berührenden Dialog mit dem Wienerlied „Wann i amol stirb“ – ein Moment von besonderer emotionaler Dichte.
Den Abschluss bilden ikonische Lieder wie „Wien wird erst schön bei Nacht“ und das als inoffizielle Hymne der Stadt geltende „Wien, Wien nur du allein“. In ihnen verdichtet sich noch einmal das gesamte Spektrum des Abends: Nostalgie, Charme und die unverwechselbare musikalische Identität Wiens.

Am Klavier begleitet Jimmy Chiang mit stilistischer Vielseitigkeit und klanglicher Präsenz. Mit solistischen Walzereinlagen – etwa aus „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss – schafft er atmosphärische Übergänge und erweitert den musikalischen Horizont des Abends.

Das Programm überzeugt durch seine dramaturgische Geschlossenheit und eine halbszenische Gestaltung, die Musik, Text und Darstellung zu einem intensiven Konzerterlebnis verbindet.

 

Sebastian Holecek

Der österreichische Bariton Sebastian Holecek zählt zu den profilierten Sängern seines Fachs und überzeugt durch stilistische Vielseitigkeit sowie eine ausdrucksstarke, nuancenreiche Stimme. Seine Ausbildung erhielt er in Wien und Italien, bevor er seine Karriere am Staatstheater am Gärtnerplatz in München begann. Dort erarbeitete er sich ein breites Repertoire, darunter zentrale Partien wie Figaro und Don Giovanni sowie Harlekin in Ariadne auf Naxos. Für seine Darstellung des Figaro wurde er mit der „Silbernen Rose“ ausgezeichnet.


Früh führten ihn Engagements an die Wiener Volksoper sowie an die Wiener Staatsoper, wo er als Papageno debütierte. Ab 2001 war Holecek viele Jahre festes Ensemblemitglied der Wiener Volksoper und prägte das Haus über viele Jahre hinweg mit großen Partien seines Fachs. Zu seinen wichtigsten Rollen zählen Jochanaan (Salome), für den er mit dem Goldenen Schikaneder ausgezeichnet wurde, Scarpia, Pizarro, Michele (Il tabarro), der Vater in Hänsel und Gretel, Papageno, Don Giovanni, Johannes (Der Evangelimann) sowie Kaspar in Der Freischütz. Gerade die Jahre von 2010 bis 2019 stellten eine besonders prägende und künstlerisch intensive Phase dar.


Auch international ist Sebastian Holecek regelmäßig gefragt: In London war er in mehreren Produktionen am Covent Garden zu erleben, darunter Die Meistersinger von Nürnberg, Die Zauberflöte und Rigoletto, zudem sang er in der Royal Albert Hall. In Paris trat er als Pizarro und Papageno sowohl an der Opéra Garnier als auch auf der Île Seguin auf. Zahlreiche Engagements führten ihn darüber hinaus nach Italien, wo er unter anderem als Pizarro in Rom unter Antonio Pappano, als Jochanaan in Bologna und Catania sowie als Morald in Wagners Die Feen in Cagliari auftrat. Weitere Gastspiele führten ihn nach Turin und Mailand. Er war ebenfalls in Tokyo, Berlin, Madrid sowie bei den Salzburger und den Bregenzer Festspielen (dort ausgezeichnet mit der „Rose“ des Magazins Kurier freizeit) zu erleben.


Eine wichtige Station seiner jüngeren Laufbahn war die Premiere von Die Frau ohne Schatten in München. Die Rolle des Vaters in Hänsel und Gretel sang er nicht nur an der Wiener Volksoper, sondern auch europaweit.


Neben seiner Operntätigkeit ist Holecek ein gefragter Konzertsänger und arbeitete mit renommierten Dirigenten wie Christian Thielemann, Antonio Pappano, Kirill Petrenko, Daniel Barenboim und Zubin Mehta zusammen. Konzertauftritte führten ihn unter anderem in den Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus und in die Carnegie Hall.


Parallel zu seiner Bühnenkarriere war Sebastian Holecek stets auch im Fernsehen präsent und wirkte in zahlreichen Unterhaltungssendungen mit – oft gemeinsam mit seinem Vater, dem Kammersänger Heinz Holecek. Eine besondere künstlerische Herzensangelegenheit ist für ihn das Wienerlied, das ihn seit jeher begleitet. In eigenen, neu konzipierten Programmen verbindet er Opernarien, traditionelle Lieder und literarische Texte zu persönlichen, vielseitigen Abenden, in denen er sich nicht nur als Sänger, sondern auch als erzählender Gestalter präsentiert

 

Jimmy Chiang

Jimmy Chiang ist ein in Hongkong geborener österreichischer Dirigent und Pianist, der international für seine Vielseitigkeit bekannt ist. Seit 2013 ist er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben und wurde damit der erste in Hongkong geborene chinesische Musiker, der dieses Amt in der über 500-jährigen Geschichte des Chors innehatte.
Neben seiner Tätigkeit bei den Wiener Sängerknaben dirigiert Chiang regelmäßig Opernproduktionen in Europa und Asien und trat in renommierten Häusern wie dem Wiener Musikverein, der Carnegie Hall und der Elbphilharmonie auf. 2016 war er künstlerischer Leiter des Hong Kong–Vienna Music Festival und vereinte dort Spitzenmusiker beider Städte zu einer gefeierten Aufführung von Mahlers Achter Sinfonie.
Chiang gilt als Musiker mit außergewöhnlicher stilistischer Bandbreite und sensibler Körpersprache. Kritiker loben seine Fähigkeit, Orchester und Sänger gleichermaßen zu inspirieren. Als Dirigent und Pädagoge repräsentiert er die Verbindung asiatischer und westeuropäischer Musiktraditionen.
Jimmy Chiang wurde im Herbst 2025 zum " Bösendorfer Ambassador" ernannt.

Sebastian Holecek
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